FORMAT -  Markus Zimmerman, Architekt
Backx

Haus im Spiegel

Aufstockung Einfamilienhaus 2018-2019

Direktauftrag
Private Bauherrschaft
Sämtliche Leistungen nach SIA

Zusammenarbeit mit
Peter Braun, Normal Office
Bilder von Samuel Métraux

Das Haus wurde um 1912 auf einem quadratischen Grundriss von 6m erbaut. In den 1950er Jahren erweiterte der neue Besitzer, Otto Brechbühl (Architekt und Erbauer des Lory Spitals, Bern) das Haus tiefgreifend. Das Gebäude wurde um einen Drittel vergrössert, das Dach um 90 Grad gedreht. In den letzten Jahrzenten kamen weitere kleinere und grössere Umbauten dazu. Die Eigentümer wünschten sich für den Umbau eine Aufteilung in zwei unabhängig nutzbare Wohnungen.
Der Entwurf versteht sich als selbstverständliches Weiterbauen und führt die «Tradition» des Umbauens weiter. Der minimale Eingriff versucht so viel wie möglich zu erhalten und gleichzeitig die Anforderungen an die neue Nutzung zu befriedigen. Der bestehende Anbau wird um ein Geschoss aufgestockt. Der neue Raum dient als Küche und Durchgang zur Dachwohnung. Eine neue interne Treppe im Anbau gewährleistet einen unabhängigen Zugang. Nach dem Entwurfsprinzip des minimalen Eingriffs, wurden die Fassaden des Anbaus im Obergeschosses Aussen in ihrem Zustand belassen und Innen mit Dreischichtplatten ergänzt, welche statisch die neue Decke und die Aufstockung tragen. Die Pfosten-Riegel-Fassade unterstützt das Konzept des Baumhauses. Das Dach besteht aus fünf vorgefertigten und ausgedämmten Hohlkastenelementen. Sämtliche elektrische Leitungen wurden bereits in der Werkstatt des Holzbauers eingezogen.
Die Materialisierung wurde bewusst auf das Nötigste reduziert. Sämtliche Verkleidungen und Einbauten bestehen aus weiss lasierten Fichten-Tannen-Dreischichtplatten. Bei der Küche wurden diese zusätzlich gebürstet und mit weisser Naturfarbe deckend gestrichen. Die engen Platzverhältnisse verlangten eine gute Ausnutzung der Räume. Der Unterbau der Treppe dient als kleiner Stauraum. In einem anderen Möbel ist die Waschmaschine untergebracht. Die Brüstung der Treppe wurde mit einem Radiator kombiniert um auch hier möglichst sparsam mit dem Raum umzugehen. Bestehende Parkettböden aus gedämpfter Buche wurden wo nötig ergänzt. Die neuen Böden und Treppenstufen wurden aus geölter Eiche gefertigt. Die Fenster mit Blick auf die Stadt Bern können komplett geöffnet und zur Seite geschoben werden, so entsteht aus dem kleinen Raum eine luftige Terrasse.
Das Projekt liefert einen kleinen Beitrag zur aktuellen Diskussion wie Einfamilienhäuser sanft verdichtet und höher ausgenutzt werden können.