FORMAT -  Markus Zimmerman, Architekt
Backx

Schweizer Kanzlei Nairobi

Wettbewerb im offenen Verfahren, 2011
Nairobi, Kenya
Zusammenarbeit mit collectif z00


Das Gebäude des Konsulats drängt sich in den südlichen Teil der Parzelle um eine grössmögliche Fläche für den Park im Norden zu erhalten mit der bestehenden Vegetation. Der Park dient als grosszügige Empfangszone für das Konsulat. Das pavillonartige Gebäude besteht aus zwei gekreuzt übereinander liegenden Volumina. Das untere Volumen bezieht sich auf die für den Ort charakteristische Hecke und entwickelt sich entlang dieser in nord-südlicher Richtung. Das obere Volumen hat eine Ost-West Orientierung und kragt quer über den untenliegenden Teil in den Park und in die Bäume hinein. Durch diese Anordnung entsteht im Erdgeschoss ein gedeckter Bereich, welcher bis zum Haupteingang reicht.Der Haupteingang befindet sich auf der nördlichen Seite des Gebäudes und orientiert sich auf den Park. Die Zugänge für Besucher und Gäste werden im gemeinsamen Eingangsbereich, der wie eine grosszügige Sicherheitsschleuse funktioniert, entflochten. Der östliche Teil dient dem Besucher als konsularischer Bereich mit einem gemeinsamen Warteraum für Visa und Kanzlei und den entsprechenden Räumen. Im westlichen Teil befindet sich der öffentliche Bereich mit Mehrzweck- und Konferenzraum und dem Zugang ins Obergeschoss.Beide Teile orientieren sich auf den Park. Der hintere Teil mit separatem Zugang für das Personal wird durch einen Gang entlang der Südfassade erschlossen und führt zu den verschiedenen Büros des konsularischen Bereichs. Das Obergeschoss dient der Missionsleitung und dem diplomatischen Bereich. Die Erschliessung erfolgt nach dem gleichen Prinzip wie im Erdgeschoss durch zwei aussenliegende Laufgänge. Photovoltaikpaneele versorgen einen Teil der Stromproduktion. Solarpaneele ermöglichen die Aufheizung des Warmwassers. Die Paneele befinden sich auf dem Dach des oberen Riegels. Die Bäume dienen als natürlicher Sonnenfilter und verhindern ein Überhitzen der Gebäudehülle. Zusätzliche Lamellenstoren mit regulierbarer Neigung vor jeder Glasscheibe tragen zum Sonnenschutz bei. Die mechanische Belüftung sieht eine Verteilung der Luftzufuhr über im Boden liegende Ausgänge vor. Die Entlüftung erfolgt über Lüftungsschächte in beiden Gebäudeteilen. Oberlichter ermöglichen eine Lufterneuerung während der Nacht und dienen ebenfalls der Brandentrauchung. Das Regenwasser wird gesammelt und für die Sanitäranlagen aufbereitet. Die Wärmeverteilung erfolgt über eine Bodenheizung und sorgt für eine konstante Temperatur im Gebäude dank der Speicherung im Zementestrich. Dieses Verteilungssystem kann im Sommer invers gebraucht werden zur Kühlung des Gebäudes.Im Untergeschoss befindet sich ein Notstromaggregat. Ein eigener Brunnen und eine Schmutzwasser-Kläranlage sind ebenfalls integriert. Die beiden Gebäudekörper bestehen aus einer Metallstruktur. Diese hat den Vorteil, dass sie relativ einfach ohne den Park stark zu belasten ausgeführt werden kann.